Am 9. März fand der dritte Ortstermin unserer Initiative „Natur- und Hochwasserschutz Ahr“ am Eingang zum Langfigtal statt.
An diesem Termin nahmen als Vertreter*innen zuständiger Behörden und der Kommunalverwaltung drei Mitarbeiter der SGD Nord, darunter auch der Vizepräsident Prof.Dr. Martin Kaschny, der Leiter des Bauamts der Verbandsgemeinde Altenahr, Mitglieder des Verbandsgemeinderates sowie eine Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Ahrweiler teil. Journalist*innen der schreibenden Presse waren eingeladen, aber diesmal nicht präsent.
Erfreulicherweise hat ein Kamerateam des SWR aus Mainz den Termin begleitet. Der SWR plant einen halbstündigen Beitrag zu den Problemen beim „Wiederaufbau Ahr“, der Anfang Mai gesendet werden soll. Ein Protagonist dieses Beitrags ist der Hildesheimer Professor Dr. Wolfgang Büchs, der an diesem Ortstermin teilgenommen hat. Prof. Büchs hatte sich bereits Tage nach der Flutkatastrophe kritisch zu den menschengemachten Ursachen der Hochflut geäußert und sich erst kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ und im „Focus“ kritisch mit den Fehlentwicklungen im Naturschutzgebiet „Langfigtal“ auseinandergesetzt.
Die Moderation des Ortstermins wurde von Dr. Petra Uphoff wahrgenommen. Nach ihrer Begrüßung haben Christoph Kreuzberg, Wolfgang Büchs und Bodo Möseler in einführenden kurzen Vorträgen die Kritikpunkte und Fehlentwicklungen benannt, die seit dem Abschluß der erforderlichen Aufräumarbeiten bei der Landschaftsgestaltung im Naturschutzgebiet (NSG) Langfigtal, aber auch an vielen anderen geschützten und nicht geschützten Bereichen der Ahr und ihrer Zuflüsse stattgefunden haben und teilweise immer noch stattfinden.
Ein Vorwurfscharakter sollte – aber konnte dabei nicht ganz – vermieden werden, auch wenn einer Anerkennung der enormen, bis an die Grenzen der Belastbarkeit gegangenen Beanspruchung von zuständigen Behörden und kommunaler Verwaltung explizit unser Respekt und unser Verständnis ausgesprochen wurde. Es wurde dabei versucht deutlich zu machen, dass es unserer Initiative darum geht, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die bestehende Expertise aus den Bereichen der Fließgewässer- und Naturkunde für die zu bewältigenden Planungsaufgaben umfassend einzubeziehen. In der Folge entspann sich ein fachlicher Diskurs – im Wesentlichen zwischen Herrn Büchs und den Biologen der SGD Nord – über wertgebende Bestandteile des NSG und über den Umfang der Störungen durch die stattgefundenen Maßnahmen.
Als einen Weg, mehr Transparenz bei laufenden Maßnahmen zu erreichen und Möglichkeiten zu schaffen, auf zukünftige Maßnahmen noch Einfluss nehmen zu können, wurde seitens der Initiative ein Meldeformular vorgestellt. Dies soll Bürgern und Bürgerinnen im Ahrtal eine Möglichkeit geben, in strukturierter Form festzuhalten und mitzuteilen, was sie an zweifelhaften Maßnahmen beobachten oder an wertvollen, durch bereits erfolgte Maßnahmen oder durch natürliche Prozesse entstandene Gebiete vorfinden, die nicht wieder durch unsachgemäße Eingriffe zerstört werden dürfen.
Von der SGD Nord wurde (nochmals) über die laufenden Vergaben von Aufträgen an fünf Planungsbüros berichtet, zu denen der Präsident der SGD Nord bereits beim zweiten Ortstermin im Langfigtal informiert hatte. Vorgesehen ist, dass mit abschnittsweiser Zuständigkeit vier Planungsbüros mit den konkreten Planungsaufgaben beauftragt werden und ein fünftes Büro die Gesamtkoordination übernimmt. Diskutiert wurde im weiteren Verlauf, inwieweit gesetzliche Vorgaben und private Eigentumsverhältnisse von Anrainern des Ahrufers auch diesmal eine zügige oder generelle Umsetzung der Planungen verhindern. Dies wurde jedenfalls als wesentliche Gründe benannt, warum die Umsetzung der nach dem Hochwasser von 2016 gemachten Planungen für den Hochwasserschutz bis zum Jahrhundert-Hochwasser in 2021 nicht im erforderlichen Umfang erfolgten.
Als Ergebnisse des Ortstermin kann festgehalten werden:
- Die „groben“ Arbeiten im Naturschutzgebiet sollen bis Ende der folgenden Woche (11. Kalenderwoche) abgeschlossen sein
- Die Zeit der „planlosen“ Maßnahmen ist eigentlich längst vorbei – im Bereich der Ahr dürfen Maßnahmen nur noch mit Genehmigung durch die SGD Nord erfolgen. Problematisch ist jedoch die viel zu dünne Personaldecke für diesen Zuständigkeitsbereich sowohl bei der SGD Nord als auch bei der Kreisverwaltung Ahrweiler. Selbst für ausgeschriebene Stellen gibt es keine Bewerber.
- Eine Zusendung der im beschriebenen Meldeformular erhobenen Beobachtungen an die darin benannten Behörden-Vertreter*innen wird ausdrücklich begrüßt.
Nächster Termin: Treffen unserer Initiative am 20.03. 16:00 Uhr, im „Versorgungszelt“ in Ahrbrück

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